Offenes Ende

Über ein Jahr ist es nun her, dass ich meinen letzten Blogbeitrag verfasst habe.
Und ich zweifle immer noch, ob es richtig ist, diesen hier zu schreiben und hochzuladen. Ob es wichtig ist.
Vor einigen Tagen habe ich den Podcast „Sinneswandel“ gehört. Zu Gast war Ariadne von Schirach und sagte folgenden Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Die Pflicht von dem, der sprechen kann, ist auch immer von, für und über die zu sprechen, die nicht sprechen können.“

Nun ist die Frage, zu welcher der Gruppen ich gehöre.
Als ich diesen Blog gestartet habe, war ich mir sicher, dass ich zu denen gehöre (…gehören möchte), deren Pflicht es ist, die Stimme zu erheben.
Dass alle Vorteile den Nachteilen überwiegen. Nun muss ich prüfen, ob das auch weiterhin so ist.

In diesem Beitrag gibt es keine Lösung. Keine Entscheidung.
Ich möchte hiermit nur ein kleines Lebenszeichen senden und Euch an meinen Gedanken teilhaben lassen.
Vielleicht ist das der erste Schritt.

Tschao Kakao.

BLEIB GESUND!

Lebensmüde

Ich bin müde vom Nachdenken.
Müde vom Wahrnehmen.
Müde vom Aufstehen
und vom Schlafen gehen.

Müde vom Können, aber nicht Wollen.
Müde vom Wollen, aber nicht Können.

Ich bin müde vom Kämpfen.
Vom Sagen: Jetzt ist Schluss.
Müde von der Sehnsucht
und müde vom Überfluss.

Müde vom Reden.
Müde vom Zuhör’n.
Ich bin müde vom ganzen Erklär’n.

Ich bin müde von den Fragen.
Von deinen, sowie meinen.

Ich bin müde vom Weitermachen.
Müde vom Durchhalten.
Müde vom Pausieren
und vom Kapitulieren.

Müde vom Fühlen.
Müde vom Wühlen
…in den Wunden, die nicht heil’n,
sondern rot- tropfend weiter wein‘.

Ich bin müde vom „immer-anders-sein“ ohne mich zu verändern.
Müde vom Finden
und wieder Verlier’n
und vor allem vor allem vom ständigen Kentern.

Ich bin müde von den Lügen,
in denen so viele Wahrheiten stecken.
Müde vom Anpassen.
Und müde vom Anecken.

Müde vom Verstehen
und doch Nichts wissen.
Müde vom Ankommen,
vom Weggehen
und vom Vermissen.

Ich bin müde vom Blick in den Spiegel
…vom Suchen der Liebe.

Müde vom Sitzen hinter Gittern aus Gedanken,
die nicht mir gehör’n und ich doch ihr Ursprung bin.

Ich bin müde von Schuld. Von Scham.
Vom Haltung bewahr’n.

Müde vom Allein sein unter hunderten von Leuten.
Müde vom Lachen, weil sie es so wollten.

Müde vom „so tun als ob“
und es wirklich so meinen.
Müde vom Zurückhalten
und müde vom Weinen.

Ich bin müde vom Zweifeln.
Vom Versuch zu begreifen.
Müde vom Hoffen und Glauben
und mich dann wieder nicht trauen.

Ich mach das alles für euch.

Aber Nichts für mich.

Wer auch immer das sein mag

– dieses ICH.

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