Sichtbarkeit & Scham- Die Angst ertappt zu werden

Hast du auch manchmal Angst, ertappt zu werden und weißt gar nicht so recht warum? Gibt es Dinge in deinem Leben (nicht unbedingt Materielles), was du vor anderen verheimlichen willst?

Dann wird es jetzt Zeit dahinter zu schauen und dich zu fragen, warum das so ist!
Vorab gesagt: Es ist ein menschliches Gefühl! Scham zu empfinden ist völlig normal! Absolut JEDER Mensch, hat oder tut etwas, was er nicht unbedingt an die große Glocke hängen will.

Hey, ich gehe kotzen, wenn ich zu viel gegessen habe. Und zu viel gegessen heißt beispielsweise ein ganzen Laib Brot mit Nutella. Nicht unbedingt etwas, dass man gern jedem Menschen auf die Nase bindet, geschweige denn öffentlich, für jeder-mensch sichtbar, ins Internet schreibt. 😉

Das Thema Sichtbarkeit wurde in „Gespräche mit Gott Band 2“* angesprochen. Seitdem frage ich mich oft, wenn ich etwas tue: Würde ich das auch tun, wenn es jeder sehen könnte?
Das hilft mir irgendwie ein bisschen klarer zu denken.
Und ist es nicht so, dass die Welt wohl viel friedlicher wäre, wenn sich niemand mehr versteckt? Wenn wir alles nach außen tragen? Uns sozusagen komplett nackig machen?
Würden wir unser Tun und Denken nicht wesentlich öfter hinterfragen?
Durch meine Eltern habe ich mir einige Meinungen zum Thema Datenschutz angeeignet: Keine persönlichen Briefe kenntlich in den Müll, keine Standort Bestimmung am Smartphone einstellen, keine persönlichen Daten im Internet, keine privaten Fotos teilen etc. Und ich habe die letzten Tage darüber nachgedacht und frage mich: Warum eigentlich? Ich habe doch nichts zu verstecken? Soll doch jeder wissen, der es wissen will, wie ich heiße, wo ich gestern Abend war, wann ich das letzte Mal in der Psychiatrie war und warum oder was ich gerade eingekauft habe? Warum sollte ich das verbergen? Habe ich etwas zu verbergen? NEIN! Ich habe NICHTS ZU VERBERGEN. Ich würde einem Fremden meine Kontoauszüge geben. Was ist schlimm daran? Soll er doch wissen, wofür ich mein Geld ausgebe.

Entweder entsteht dieses Versteckspiel aus Scham oder aus Angst. Wenn wir uns schämen, handeln wir nicht nach unseren eigenen Werten. Nicht nach unserer Wahrheit. Wenn du etwas tust, was du meinst geheim halten zu müssen, dann stimmt entweder deine eigene Einstellung zu der Sache nicht oder du handelst nicht nach deinen Werten. Überprüfe gut.
Und dann: Geh raus und mach dein Ding. Werde sichtbar. Handle sichtbar.
Wenn du aus reiner Liebe handelst, dir, allen anderen Lebewesen und der Welt gegenüber, hast du keinen Grund irgendwas zu verstecken.

Wofür schäme ich mich?

  • Zu Essen, weil meine persönliche Bewertung darüber negativ ist.
  • So viel Müll zu produzieren, weil es nicht mit meinen Werten übereinstimmt.
  • Für meinen Körper, weil meine Bewertung über ihn negativ ist.
  • Bulimie, weil ich es negativ bewerte und es nicht zu meinen Werten passt.
  • Suizidgedanken und -versuche, weil ich es als Schwäche beurteile und es nicht zu meinen Werten passt.
  • sexuelle Handlungen und Verlangen, weil ich es als negativ bewerte.

…um nur ein paar wenige Beispiele aus meinem Leben zu nennen.

Es ist okay Scham zu fühlen. Eigentlich, ist das ja nur ein Signal mal genauer hinzugucken. Dass etwas nicht ganz stimmt. Dass etwas nicht zusammenpasst.

Ich danke dir Scham, dass du mich darauf aufmerksam machst, an welcher Stelle ich unbemerkt verurteile oder nicht nach meinen Werten handle.

Schon immer kämpfe ich gegen das Gefühl der Scham an. Will, dass es mich in Ruhe lässt. Denn Scham empfinde ich als sehr unangenehm. Bedrückend. Einengend. Beklemmend.
Und es ist auch weiterhin kein Gefühl, dass ich gerne 24/7 spüre, aber ich habe verstanden, dass es, sobald ich Scham verspüre, Zeit wird hinzusehen. Einen Schritt zurück zu treten und von außen einen Blick auf den gegenwärtigen Moment zu werfen. Beobachten, was ich denke und zuhören, was die Scham mir sagen will.
Denn sie ist nicht da, um mich zu verletzten. Sie ist nicht das Böse, das will, dass ich mich schlecht fühle. Sie macht mich lediglich darauf aufmerksam, dass ich meine Gedanken und/oder Handlungen einmal kurz mit dem Herzen überprüfen sollte.

  • Ist mir dieser Gedanke dienlich? Will ich diesen Gedanken in meinem Leben manifestieren?
  • Handle ich in diesem Moment nach meinen Werten? Füge ich irgendwem oder -was Schaden zu?

Haben dich meine Gedanken zu dem Thema zum Nachdenken angeregt?
Siehst du etwas völlig anders? Meinst du, ich hätte vielleicht einen Aspekt völlig außer Acht gelassen?
Ich freue mich immer über Rückmeldungen, andere Meinungen, sowie Denkanstöße.
Fühl dich frei zu kommentieren oder mich per Mail oder auf den sozialen Netzwerken anzuschreiben.

Lass es dir gut gehen!

Tschao Kakao.

 

 

*Das ist ein Affiliate Link! Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision bekomme, wenn du über diesen Link etwas kaufst. Dabei fallen für dich keine extra Kosten an.
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4 Kommentare zu „Sichtbarkeit & Scham- Die Angst ertappt zu werden“

  1. Hey judith.
    Ich finde total klasse was du machst. Sei stolz darauf!
    Deine Texte enthalten so viel Wahrheit und als Betroffene ist es schön zu lesen. Einfach das Gefühl zu haben nicht alleine zu sein mit seinen Gedanken. Du strahlst derzeit so viel Stärke aus.
    Mach weiter so.

    Gefällt 1 Person

  2. Interessante Gedanken hast du dir da gemacht. Ich sehe es teilweise anders, denn ich habe immer das große Bedürfnis, mich zu schützen. Was ich nicht damit gleichsetze, dass ich nicht zu mir stehe oder für etwas schäme. Gerade was Datenmissbrauch angeht… Ich glaube fast, da bleibt uns heutzutage nichts anderes mehr übrig, als „vernünftig“ (was auch immer das für jeden heißen mag) mit sensiblen Daten umzugehen.
    Ich brauche viel Schutz…
    Ich frage mich, ob deine Herangehensweise mehr aber gleichzeitig auch weniger Angriffsfläche bietet… 🤔
    Wünsche dir noch einen schönen Abend und denke noch ein bisschen über deinen Beitrag hier nach. 😉

    Gefällt 1 Person

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