Momentaufnahme #2: Schwierigkeiten & Learnings

Ich gebe euch in der Rubrik „Momentaufnahme“ einen kleinen Überblick darüber, was zur Zeit bei mir so los ist, womit ich mich beschäftige, meine Learnings und womit ich gerade hadere.

Was geht ab? Was steht an?

Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass die stationäre Traumatherapie in der Parklandklinik Bad Wildungen eine längere Wartezeit hat, als mir bei Anmeldung angegeben wurde. Und zwar satte 12 Monate, anstatt zwei bis drei.
Das war erstmal ein Schock, weil ich geplant habe, ab Mitte April ungefähr dort zu sein. Nun gut, ich hab mich jetzt aber damit abgefunden und orientiere mich in eine andere Richtung.
Also geht es jetzt erstmal ambulant weiter. Abwechselnd mit Doppel- und Einzelstunden. Da es mit meiner Therapeutin gerade ganz gut läuft, kann ich das gut akzeptieren, außerdem mache ich auch viel für mich allein.
Auch, wenn ich weiterhin krank geschrieben bin, beschäftigt mich das Thema „berufliche Orientierung“ derzeit enorm, was ich aber nicht als Belastung empfinde, sondern mich da ziemlich frei und kreativ auslebe. Eventuell gibt es da demnächst eine ziemlich große Veränderung.
Ansonsten organisiere und plane ich gerade ein sehr großes privates Projekt für 2019 und OH MEIN GOTT- i´m so excited!!
Diese Zukunftsaussichten geben mir gerade enorm viel Power und es tut gut, etwas zu tun zu haben. Und zwar etwas, das mir Spaß macht, was mich persönlich weiterbringt und nicht einfach nur Beschäftigungstherapie ist.

Learnings

Es ist weiterhin ein ziemliches Auf und Ab. Eine Achterbahn.

Es gibt Tage, da bin ich völlig antriebslos.
Es gibt Tage, da will ich weder essen, noch trinken.
Es gibt Tage, da scheint mein Hunger unstillbar.
Es gibt Tage, da stecke ich tief in der Traurigkeit und weine fast ununterbrochen.
Es gibt Tage, da bin ich total über meiner Toleranzgrenze und schaffe es nicht, mich irgendwie zu beruhigen.
Es gibt Tage, die sind von meiner Angst bestimmt und welche, voller Scham und Ekel.

Und doch ist es völlig anders, als noch vor ein paar Wochen.
Ich kann es im Moment nicht genug niederschreiben, weil ich so fasziniert davon bin: Ich kann es annehmen. Und wenn ich es nicht annehmen kann, kann ich annehmen, dass ich es eben nicht annehmen kann. Na, kommst du noch mit? 😉

Und was mir unglaublich viel Kraft gibt: Mindestens 50% der Zeit bin ich zufrieden und glücklich, so wie es gerade ist.

Wie ich das mache?
Ich nehme mir Zeit. Viiel Zeit.
Ich übe mich im meditieren (oder was auch immer man dazu sagen will).
Ich achte auf meine Gedanken, Empfindungen und Körperwahrnehmungen.
Ich lese.
Ich bewege mich und genieße die frische Frühlingsluft.
Ich sortiere aus.
Ich hinterfrage.
Ich gehe nicht all zu streng mit mir ins Gericht.
Ich schreibe.
Ich muss GAR NICHTS.

Meine zwei großen Learnings der letzten zehn Tage :

  • Sprich es aus! Ob ich nun mit mir selbst rede oder mit anderen. Es tut unheimlich gut, die Dinge beim Namen zu nennen. Und es kann so entlastend sein. Es bedarf der ein oder anderen Überwindung, aber es kann unheimlich viel in Gang setzen und verändern.
  • Dobby- ich habe meiner Angst einen Namen gegeben und sie visualisiert. Jetzt sitzen wir manchmal zusammen auf der Terasse und reden miteinander. Das nimmt der ganzen Sache ziemlich viel Macht und ist nebenbei oft sehr witzig.

Schwierigkeiten

Wie oben schon geschrieben, gibt es auch Schwierigkeiten.

Die allergrößte ist derzeit die Sache mit der Körperwahrnehmung und -akzeptanz.
Ich habe nun innerhalb 3 Wochen Einiges zugenommen und das ist unheimlich schwer zu akzeptieren. In dem Bereich fällt es mir wirklich am schwersten. Ich sehe jedes einzelne Gramm und finde einfach schrecklich, was ich im Spiegel sehe. Es kommt mir vor, als hätte ich nicht 4, sondern 40kg zugenommen, auch wenn ich kognitiv weiß, dass der Unterschied gar nicht so groß sein kann.
Aber meine Augen zeigen mir einfach etwas anderes und das lässt mich oft verzweifeln. Denn die Angst, weiter zuzunehmen, ist unglaublich groß.
Das ist auf jeden Fall etwas, das ich verändern möchte, aber ich spüre auch, dass es, auch wenn es mich quält, zur Zeit nicht oberste Priorität ist. Alles zu seiner Zeit.

Auch meine Schlafstörungen belasten mich sehr. Ich schlafe oftmals nur zwei bis drei Stunden in der Nacht oder auch mal gar nicht. Ich komme einfach nicht zur Ruhe, wälze mich hin und her, bis ich es dann aufgebe und wieder aufstehe.
Ich hab sämtliche Tipps und Tricks ausprobiert, aber das einzige, was derzeit wirklich hilft ist das Medikament Zopiclon. Allerdings macht das schnell und stark abhängig, sodass ich es wirklich nur im Notfall einnehme und es für mich keineswegs eine Dauerlösung ist.

Die dritte Schwierigkeit sind Schmerzen. Durch die regelmäßige Bewegung ist es allgemein etwas besser geworden, aber vom Kopf bis in die Zehen habe ich eigentlich 24/7 irgendwelche Beschwerden, was dann auch den Schlaf und die Beziehung zu meinem Körper beeinträchtigt.

Wundervoll ist jedoch, dass das Positive überwiegt. Und darauf kommt es für mich gerade an 🙂

Tschao Kakao.

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