Dankbar für Schmerz?

Es wäre heut‘ nicht wie es ist, wär es damals nicht gewesen wie es war. – Casper

Wie oft lese und höre ich den Satz: Sei dankbar für deine Vergangenheit, denn sonst wärst du heute nicht da wo du jetzt bist/ die Person, die du heute bist.
Ja, das ist der Punkt.

Ich verstehe, was die Person damit sagen will. Und es gibt Tage, so wie heute, da würde ich meine Vergangenheit nicht eintauschen wollen. Da sehe ich zurück und weiß, dass all das genau so passieren musste. Dass es mein Weg ist. Mein Leben. Dass ich daran wachse. Dass ich stärker und liebevoller als je zuvor aus diesem Drama hinaus gehe. Dass es mir die Richtung weist und mein Weg ist, mein Licht heller leuchten zu lassen. Ja, Tage an denen ich sogar dankbar bin, so viel Leid und Schmerz erfahren zu haben.

Ich lerne so unglaublich viel!
Mal abgesehen von den wunderbaren Menschen, die ich kennenlernen durfte. Ich lerne, zu vertrauen. Wahrlich zu vertrauen. Mir selbst, allen Menschen um mich herum und dem Leben. Ich lerne zu prüfen. Zu hinterfragen. Dem Ruf zu folgen. Meinem Ruf. Ich lerne auf mich zu achten. Für mich zu sorgen. Ich lerne, dass ich genau da sein soll, wo ich jetzt gerade bin. Dass das ganze Leben ein ewiger Prozess ist. Dass Veränderung nichts Schlechtes bedeutet, aber auch Ruhe & Stille ganz wunderbar sind. Dass alles seine Zeit hat. Dass ich mein Leben erschaffe. Dass ich wichtig bin. Dass jeder Mensch wichtig ist. wertvoll. Bedeutend. Dass es mehr gibt, als einfach nur da zu sein. Ich lerne auf mein Herz zu hören und begreife, wie viel mehr das Leben ist, als nur zu Überleben. Ich lerne, dass ich scheinen darf. Dass ich mich nicht verstecken muss. Dass alles miteinander verbunden ist und wenn man etwas verändern möchte, bei sich selbst anzufangen. Dass jedes Wort das ich spreche und jeder Schritt den ich gehe die Welt verändern kann. Ich begreife, dass alles, was ich brauche um da hin zu kommen, wo ich hin möchte, schon in mir drin ist. Dass all das auch in DIR ist!

Ich wähle und gehe meinen Weg und vertraue gleichzeitig auf den Fluss des Lebens.

Doch so oft verfluche ich das Jetzt. Das, was aus mir geworden ist. Den Schmerz, den ich ertragen muss. Den Weg, den ich gehe und noch weiter gehen muss. Dass ich nicht die Person bin, die ich sein will. Dass ich mich fremdgesteuert fühle und völlig abgespalten bin von mir selbst. Momente, in denen ich alles hasse. Mich, das Leben…die ganze Welt. Momente, an denen ich mir nichts sehnlicher wünsche, als zu verschwinden. Nicht mehr da zu sein. Nicht mehr atmen zu müssen. Das Kopfkino einfach zu beenden. Wenn ich nicht zur Ruhe komme, was auch immer ich tue. Wenn ich getrieben und gehetzt werde…von einem Teil in mir. Ja, dann vergessen ich, dass es auch andere Zeiten gibt. Da ist ur der Tunnelblick und ich bin mir sicher, dass es niemals anders war und auch niemals anders sein wird, als schmerzhaft und aussichtslos.

Ich schreibe diese Worte an euch. Ich möchte euch sagen, dass es nicht immer nur aufwärts geht. Vor. Zurück. Links. Rechts. Wie langweilig wäre das Leben, wenn wir uns nicht auch mal verlaufen?
Aber ich schreibe diese Worte auch an mich. Um mich in eben diesen schmerzhaften Momenten daran zu erinnern, dass es vorbei gehen wird. Dass das nicht das Ende der Geschichte ist.

Pass auf Dich auf!

Ein Gedanke zu „Dankbar für Schmerz?“

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