„Ich war zerbrochen. Schon vor langer Zeit.“

2013-06-29-Böse Wolken.bearbeitet

Ich wurde überschwemmt. Besser gesagt: Mein Körper. Überrannt.

Zittern. Zucken. Stottern. Übelkeit. Herzrasen. Schweißausbruch.

So fing mein Freitag an.

Es war kein leichtes Zittern, nein. Mein Körper bebte. Ich hatte keine Kontrolle darüber, was sich bewegt. Die Zuckungen & Krämpfe wanderten durch den Körper. Arme. Beine. Magen. Kopf. Und wieder von vorn.

Ich hatte Angst vor einem Krampfanfall. Habe versucht dagegen anzukämpfen. Da ich die letzten zwei Nächte nicht geschlafen hatte, setzte mir dieser Zustand sehr zu. Ich hatte das Gefühl, all meine Energie würde mir entzogen. Und doch ging es weiter.

Zum Glück hatte ich am Vormittag einen Termin bei meiner Therapeutin. Sie sah sofort, dass etwas nicht stimmte, obwohl ich wie immer freundlich und sogar zu Scherzen aufgelegt war.

Ich war zerbrochen. Schon vor langer Zeit. Doch nie habe ich das so sehr gespürt, wie an diesem Tag.

Mein Kopf hat das Ablenkungsprogramm einfach immer weiter abgespielt. Also würde er keine Ahnung davon haben, was der Körper gerade durchmacht. Getrennt. Diese Zerrissenheit in mir war kaum auszuhalten.

Und dann taten wir das, wogegen ich mich die letzten Monate so gewehrt habe: Körpertherapie! Da wurde dann auch nicht mehr diskutiert, sondern einfach nur gemacht. Denn Worte konnten mich nicht erreichen. Mein ganzes Bewusstsein lag in meinem Körper. Alles andere funktionierte nur noch, ohne wirklich beim mir anzukommen.

Nie zuvor habe ich meinen Körper so gespürt, wie in diesem Moment. Es war beängstigend, schmerzhaft und gleichzeitig wunderschön. Befreiend. Lösend. Als würde ich die überflüssige eingespeicherte Energie in meinem Körper endlich loslassen.

Der Flucht- & Kampfreflex war widererwacht. All die Jahre hing ich fest im „totstell“-Reflex. Bloß nicht auffallen. Anpassen. Und nach so langer Zeit haben die Reflexe sich so richtig ausgetobt.

Ob ich das jetzt gut oder schlecht finde, weiß ich nicht. Manchmal ist es besser, einfach geschehen zu lassen. Ohne Bewertung. Und zu schauen, was sich daraus entwickelt.

Auf jedem Fall bedeutet es Veränderung.

Schritt für Schritt. Alles zu seiner Zeit.

Und das Heilsame an der Sache war die Gewissheit, damit nicht allein zu sein. Aufgefangen zu werden. Halt bekommen, ohne festgehalten zu werden. Alles darf, Nichts muss. Freien Lauf lassen. Nicht zusammenreißen. Nichts zurückhalten.

Alles was kommt ist richtig. Alles was kommt ist wichtig.

(An dieser Stelle einen schönen Gruß nach Dahn ;))

Diese Stunde war eine Wahnsinns -Erfahrung, die den Widerstand gegen die geplante körperorientierte Traumatherapie teilweise abgebaut hat.

Wenn jemand Interesse daran hat, wie so etwas abläuft und was man sich darunter vorstellen muss, schreibe ich gerne Mal einen Post dazu, wenn ich Einiges an Erfahrung sammeln durfte.

Habt ihr schon mal solch eine Erfahrung gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Genieß diese wundervolle Sonne und nimm einen tiefen, frischen Atemzug für mich mit… 

Pass auf Dich auf!

Deine Judith

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